Im Zuge der Entwicklung der menschlichen Kultur hat sich die Funktion des Hundes für uns massiv verändert.
Hunde werden heute meist nur noch als Kind-Ersatz,
Geschwister-Ersatz, Partner-Ersatz, Freizeitgefährte oder sogar als
Freizeitgerät gehalten. Hierbei wird jedoch
vergessen, was ein Hund in Wirklichkeit ist, nämlich
ein sozialer Beutegreifer mit eigenen
Bedürfnissen und Instinkten,
denen er immer noch nachgehen will.
Geduldet
oder sogar gewünscht wird nur der Sozialinstinkt des Hundes, der ihn zu
einem idealen Begleiter des Menschen macht. Sein Jagd-, Territorial- und
meist auch sein Sexualinstinkt sind für uns Menschen nur lästig und
bleiben so lange unbeachtet, bis der Hund selbst für die Befriedigung
dieser Instinktveranlagungen sorgt. Und genau ab da zeigt der Hund
Verhaltensweisen, die wir Menschen als störend empfinden, wie z. B.
Kurz gesagt, die Instinkte des Hundes werden heute nur noch als lästig angesehen. Man wünscht sich einen Hund, der einfach nur lieb ist, auf die „Befehle“ seiner Bezugsperson hört und nicht nach den Kindern schnappt. Leider findet man solch einen Hund nur selten. Und was wäre das für ein Leben, wenn man den ganzen Tag einfach nur brav sein soll und nichts weiter zu tun hat, als nur ein paar Mal am Tag ein paar Runden durch den Wald zu drehen. Sicher kennt jeder das Gefühl, wenn man tagelang keine richtige Beschäftigung hat und einem die "Decke auf den Kopf fällt". Ähnlich geht es vielen Haushunden. Da ist Frust und schlechte Laune unumgänglich.
Meiner Meinung nach sollte man nicht versuchen, die Instinkte der Hunde zu unterdrücken, denn damit kommt man nicht ans Ziel. Instinkte sind angeboren und lassen sich nicht abstellen.
Der Instinkt des Hundes ist z. B. vergleichbar mit dem Hungergefühl des Menschen. Ich kann versuchen, tagelang nichts zu essen. Doch mit jedem Tag der Enthaltung steigen meine Gelüste mehr, bis sie schließlich unerträglich geworden sind und ich letztendlich alles nur erdenklich Essbare verschlingen würde, um meinen Hunger zu stillen. Genau so verhält es sich mit den hündischen Instinkten. Umso mehr ich versuche sie zu unterdrücken, umso mehr werden sie zum Bedürfnis.
Es ist somit sinnvoller, die Instinkte nicht unterdrücken zu wollen, sondern sie gewinnbringend für die Erziehung des Hundes zu nutzen. Bei Team-Dogs dient vor allem der Jagdinstinkt als Motor für die Erziehung. Wird dieses Instrument sinnvoll aufgebaut und eingesetzt, lernt der Hund durch gemeinsame Erfolgserlebnisse fast nebenbei, was im Leben wichtig ist und dies macht ihm auch noch Spaß: Auf seine Bezugsperson zu achten und ihr zu folgen – sowohl körperlich, als auch geistig.
