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Philosophie

Unterordnung nur der Unterordnung willen?

Sitz, Platz, Fuß … ! Mit welchem Ziel? Nur damit der Hund seinem Menschen folgt? Nein, Unterordnung muss für den Hund stets einen Sinn ergeben. Alles andere wäre eine reine Machtausübung des Menschen. Und wer würde schon einem anderen folgen oder zu einem anderen aufsehen können, der einen ständig nur sinnlos unterdrückt?

Was wird wohl in einem Hund vorgehen, der mit seinem Führer einen Hundeplatz mehrfach in der Fuß-Position auf und ab laufen muss und gelegentlich ein Sitz oder Platz auf Befehl ausführen darf?

Sicher wird der Hund nicht denken: „…wir üben für die Begleithundeprüfung“. Er wird vielleicht die Übungen ausführen, jedoch nicht, weil er durch dieses Tun ein bestimmtes Ziel verfolgt oder weil er von den Führungsqualitäten seines Halters überzeugt ist. Viele Hunde haben einfach nur erfahren, dass sie durch die Ausführung von Befehlen unangenehme Konsequenzen (z. B. Leinenruck) vermeiden können.

In Fachliteratur liest man oft, dass ein Hund mindestens 2000-mal ein Kommando ausgeführt haben muss, bis er es sicher und zuverlässig ausführen wird. Wie hat man diese Aussage zu verstehen? Benötigt ein Hund also so viele Wiederholungen, bis er verstanden hat, dass das Signal „Sitz“ bedeutet, dass er sein Gesäß auf den Boden bringen soll? Sicher nicht!

Dass das Signal „Sitz“ bedeutet, dass er sich setzen soll, kann man seinem Hund in wenigen Minuten beibringen. Das Problem ist nur, seinen Hund davon zu überzeugen, dass er auf das Signal auch hören soll. Um ihn hiervon zu überzeugen, erreicht man sicher nicht dadurch, dass man seinen Hund 2000-mal absitzen lässt. Dass sich manche Hunde nach so vielen Wiederholungen (über Jahre hinweg) einigermaßen zuverlässig bei dem entsprechenden Signal absetzen oder ablegen, liegt eher daran, dass sie bis zu ihrer 2000sten Wiederholung durch unangenehme Folgen bei Nichtbeachtung davon überzeugt wurden oder sich die ganze Sache einfach durch geistige Aufgabe des Hundes automatisiert hat. Ein solcher Hund wird bei der „Unterordnung“ jedoch nie mit Spannung, Spaß und mit voller Konzentration bei der Sache sein. Er wird einfach nur noch funktionieren (oder auch nicht). Unterordnung entwickelt sich so in den Augen des Hundes zu etwas Negativem und Langweiligem.

Das primäre Ziel ist somit, nicht dem Hund die passende Bewegung zu einem Signal beizubringen, sondern ihn zu der Ausführung des Signals zu motivieren. Ich kann meinen Hund 2000-mal absitzen lassen, dadurch steigert sich aber seine Motivation sicher nicht.

Bei Team-Dogs
vertreten wir eine artgerechte Hundeerziehung, was eine sinnvolle Beschäftigung für Mensch und Hund ohne Dauerdruck und Stress  voraussetzt. Klassische, gewalt- oder lautstärkeorientierte Ausbildungsmethoden sind hierbei absolut fehl am Platz. Vielmehr werden die einzelnen Instinkte des Hundes als Kapital für die erfolgreiche Erziehung des Hundes genutzt. Signale werden für den Hund keine Befehle oder Kommandos mehr darstellen, sondern es werden für ihn Vorschläge oder Anweisungen sein, die ihn zusammen mit Ihnen zum Erfolg führen werden. Ihre Signale werden für Ihren Hund logisch nachvollziehbar sein, da sie ein Teil der gemeinsamen sinnvollen Beschäftigung sind.